Ich lerne die Höllen kennen

Auf unserer Reise über die Erde ließen wir kein Volk aus und doch, als wir wieder in Rotterdam, unserem Ausgangsort ankamen, waren nach irdischer Zeit nur wenige Tage verstrichen.
Vater sagte mir darauf, dass wir die Erde nun verlassen könnten.
Was ich erleben sollte, hatte ich erlebt.
Auch wenn ich gerne wissen wollte, wo Annie jetzt lebte, und Liesje, mein Kind, fiel es mir dennoch schwer, mich von der Erde zu lösen.
Die Sphäre der Erde hielt mich fest, aber ich musste weiterziehen.
Warum konnte ich mich nicht von der Erde und dem dort herrschenden Chaos befreien?
Der Grund war, meine Schwestern und Brüder, dass ich es schrecklich fand, nun die Erde verlassen zu müssen, wo ich euch inmitten der schrecklichsten Probleme wusste.
Dieses Gefühl in mir lebt auch in Millionen, die im ewigen Leben weilen, denn wir alle sind mit euch verbunden.
Tausende von Beziehungen binden uns an euch, wundert es dann, dass es schwer fällt, euch zurückzulassen?
Ist es merkwürdig, dass wir euch immer wieder ans Herz legen wollen: Begeht keine Dummheiten mehr, bringt euer ewiges Leben nicht in Gefahr, indem ihr Gottes Gesetze übertretet.
Unser Leben hier ist himmlisch, es ist reich, großartig und natürlich.
Arbeitet also an euch selbst, sodass ihr sogleich auch hier eintreten könnt.
Tut Gutes, hasst nicht und schießt ebenso wenig auf das Leben Gottes, denn ihr liefert euch selbst den Dämonen der Hölle aus, sie saugen euch demnächst leer und werden versuchen, euch zu zerstören, wenn sie es können.
Stimmt euch auf das Gute ab.
Indem ihr das Böse sucht, grabt ihr euch euer eigenes Grab.
Ihr selbst baut Mauern um euch, in denen ihr gefangen seid.
Es hilft nichts, wenn ihr in eurer Not schreit.
Niemand hört euch oder kann euch helfen.
Gott schenkte euch das Leben und den Tod: das Leben, damit ihr Erfahrungen sammeln und euch geistig entwickeln könnt, den Tod, um euch in das ewige Leben eintreten zu lassen.
Bekämpft unaufhörlich die falschen Eigenschaften, die euch auf die Höllen abstimmen würden, arbeitet an eurem Inneren, sodass ihr demnächst in eine der himmlischen Sphären an unserer Seite eintreten werdet!
Niemals war mein Verlangen, etwas für die Menschheit zu tun, stärker als jetzt, nun da ich im Begriff bin, die Erde zu verlassen.
Als Jack, fühle ich, könnte ich der Menschheit dienen und Vater sagt mir nun, das dies möglich ist.
In hundert Jahren vielleicht werde ich wieder auf Erden sein und inmitten der Deutschen geboren werden!
Inmitten dieses Volkes werde ich eine Aufgabe erhalten und mich dem Kreis von Gelehrten und Künstlern anschließen, die all ihre Kräfte dafür einsetzen werden, um ihr Volk auf bessere und noblere Gedanken zu bringen und es geistig höher zu entwickeln.
Ich sage meinem Vater nun, dass ich die Erde zu verlassen wünsche und bereit bin, ihm dahin zu folgen, wohin er geht.
Vielleicht, frage ich ihn, besteht jetzt auch die Möglichkeit, mich zu meiner Frau und zu Liesje zu bringen.
Wir schweben von der Erde fort.
Sie verblasste und löste sich endlich völlig auf.
Dasselbe geschah mit den Sternen und Planeten.
Eine neue Welt wurde für mich sichtbar.
„Dies also ist unsere Astralwelt“, lässt Vater mich fühlen, „doch herrscht hier Finsternis.
Ich bringe dich zu den allerniedrigsten Höllen und ich werde dir zeigen, wo all die irdischen Wüstlinge und Zerstörer nun leben.
Ihren Zustand musst du kennen lernen.
Auf unserer Reise wirst du auch Annie und die anderen sehen, die auf Erden ihren Tod fanden und sich selbst hier noch nicht zurechtfinden.“
Den Zustand Letzterer verstehe ich, auch ich hatte mich erst kennen lernen müssen, bevor Ordnung in mein Inneres kam.
Und immer noch gab es vieles, das mir bekannt sein musste, wollte ich mir ein Bild über mich machen.
Stockfinster war es hier, dennoch konnte ich sehen und wahrnehmen.
Ich kannte diese Finsternis bereits von der Grebbelinie.
Dort sah ich zwei Arten von Finsternis, eine gehörte zur Erde und hieß dort Nacht, die andere, in der ich nun lebte, war die astrale Finsternis.
Hier leben die Teufel.
Vater sagt mir, dass wir uns noch immer in der Sphäre der Erde befinden.
Diese Höllenwelten gehören zur Erde, sie bieten den Menschen Unterkunft, die Gott verfluchen und Sein Leben vernichten, wo sie es können.
Hier müssen sie erst zur Ruhe kommen, woraufhin ihre geistige Entwicklung beginnen kann.
In dieser leeren Welt nehme ich wahr.
Ich sehe klar und deutlich, dass in dieser Finsternis Menschen leben und wie sollte es anders sein, ihr ganzer Charakter zeigt mir, dass es Wesen sind, die ich in den Kriegstagen sah, wo sie ihre dämonischen Gefühle auslebten.
Vater bestätigt es mir.
Nun stehen wir mitten zwischen diesen Wesen.
Die Erde ist weit von uns entfernt, lange dauerte es, bevor wir hier ankamen.
Ich weiß jetzt, dass diese Welten, auch wenn die Höllen zum stofflichen Raum gehören, auseinander liegen und voneinander zu unterscheiden sind.
Je tiefer wir in das Leben hier eindringen, umso deutlicher ist es wahrzunehmen.
Hier wohnen also jetzt all die Verbrecher, die mit dem Gestampfe ihrer Stiefel und ihrem Geschmetter Hölle und Teufel wachriefen und zur Erde lockten.
Wundervoll klang ihnen das Charivari in den Ohren, aber schon wieder verraten sie damit ihre Abstimmung.
Für diese Marschmusik wäre in den Sphären des Lichts niemand zu finden.
Das Gekreisch gehört zu den Höllen, dem Gestampfe ihrer Stiefel.
Verweilend in ihrer Welt fühle ich mich erbärmlich armselig und elend.
Dies ist das Gefühl, das in diesen Unseligen lebt, vertiert wie ihr Inneres ist.
In ihrer Finsternis kriechen sie herum, andere liegen leblos da.
Wenn ich sie ansehe, kann ich ihr Tun und Lassen scharf verfolgen, durch meine Konzentration werden sie sichtbar.
Richte ich meine Aufmerksamkeit auf einen anderen, löst ihr Leben sich auf.
So dunkel ist es hier.
Als ich Vater frage, ob dies nun die allerniedrigste, die tiefste Hölle ist, antwortet er bestätigend.
Feuer sehe ich hier nicht.
Gott sei Dank!
Die daliegenden und umherkriechenden Seelen, die Gottes Gesetze übertraten, werden vom Feuer ihrer eigenen Leidenschaften zerfressen.
Im irdischen Leben suchten sie Unzucht und Gemeinheit, hier finden sie Elend und Schmutzigkeit.
Sie quält der Gestank, in dem sie leben.
Es ist der Gestank, der von ihrem eigenen Inneren ausgeht.
Ich kann keine Worte finden, die diesen scheußlichen Geruch beschreiben.
Er ist schlimmer als der widerliche Gestank, der von einem faulenden Kadaver ausgeht.
Ich kenne für diese astrale Gewalt keinen Namen.
Nur kurz habe ich mich darauf eingestellt, tue ich es nicht, bemerke ich den Gestank nicht.
Und in diesem Grauen leben Menschen, die ihm nicht entfliehen können, solange die Verdorbenheit ihres Inneren sich nicht lichtet.
Dies ist die niedrigste Hölle und je höher wir kommen, desto mehr verändert sich das Leben und nimmt das Grauen ab.
Finster ist es jedoch in allen Höllen.
Ich weine mich aus, nun da ich ihr Elend sehe.
Vater lässt mich fühlen, dass ich dieses Leben auch in hundert Jahren nicht verstehen würde und dies jetzt auch nicht die Absicht ist, denn wir müssen weiter.
Er will mir nur zeigen, dass die Höllen die Seelen nicht ewig binden und sie die Seelen auch nicht durch Flammen quälen.
Er will mir den Beweis dafür liefern, dass die Geistlichkeit auf Erden verworrenes Zeug spricht!
Die Hölle ist nicht ewig und in ihr brennt kein Feuer.
Gott kann Seine Kinder, Sein Eigenes Leben nicht ewig verdammen, sagte Angelika einst, und nun erkenne ich diese Wirklichkeit.
Ist es nicht schrecklich, dass die Priester auf Erden mit diesen Unwahrheiten, die nichts anderes als Gotteslästerung sind, den gläubigen Seelen Angst und Schrecken einjagen?
Sie wollen die Menschheit über Gott und Seine Heiligkeiten aufklären und erzählen inzwischen ohne einen Schein von Beweis und sich auf die Unfehlbarkeit ihrer Kirche berufend, absoluten Unsinn.
Gott ist Liebe, predigen sie und verfolgen im selben Atemzug: Wer jedoch sündigt, den verurteilt Er zum Schmoren im ewigen Feuer!
Was ist das für ein Bewusstsein, das sich so widerspricht?
So beschränkt und armselig ist ihre Auffassung von Gottes Wesen, dass sich je länger, je mehr Laien von ihnen abwenden.
Ihr Glaube an Gott und Christus, ihr Gefühl sagt ihnen, dass ihr Schöpfer göttlicher und liebevoller ist, als sich aus den widersprüchlichen Auffassungen dieser Kirchen der Erde zeigen würde.
Diese Seelen weigern sich, die verschimmelten Denkbilder über eine Hölle, die das Seelenleben ewig brennen lässt, und einen Gott, der, indem er so etwas zuließe, doch nichts anderes als ein menschliches Wesen wäre, das hassen kann, anzunehmen.
Auch in dieser Hinsicht steht die Menschheit vor dem Erwachen.
Unzählige Gläubige haben die Kirchen schon durch das Predigen dieser scheußlichen Auffassungen, die Gottes wahres Wesen erniedrigen und verschleiern, verloren.
Ein Gott, der Liebe ist, kann nicht verdammen.
Alle Seine Kinder, die Seine Gesetze übertreten und sich dadurch selbst auf die Höllensphären abstimmen, erhalten hingegen von Ihm die Möglichkeit, sich ein höheres Dasein zu Eigen zu machen.
Niemand, keine Seele im Raum, geht verloren oder kann verloren gehen.
Gott will das nicht, denn alle Seine Leben müssen zu Ihm zurückkehren.
Passt dieser Gedanke nicht besser zu einem Gott der Liebe als das Denkbild, dass Er von seiner Welt aus ruhig zusehen würde, wie ein Teil Seiner Geschöpfe, wegen Sünden, die sie – sicherlich aus eigenem Willen! – begangen, für ewig in den Höllen brennen würden, statt ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Fehler einzusehen und sich, nachdem sie ihre falschen Eigenschaften in gute umgesetzt haben, einen Himmel zu öffnen?!
Die Kirche hat schon in so vielerlei Hinsicht, durch die Wissenschaft gezwungen, Lehren als falsch aufgeben müssen: Auch ihre Auffassungen in Bezug auf die ewige Hölle wird sie ändern müssen.
Bisher hat sie sich abfällig über alle Auffassungen, die mit den ihren im Gegensatz stehen, geäußert, und stellt sich glattweg gegen sie.
Doch wird sich dies einst verändern.
Nun, da das Zeitalter des Christus angefangen hat, und das Bewusstsein der Menschheit für die Kenntnis Gottes reiner, natürlicher Gesetze offen steht, kann das Jenseits endlich das erlösende Wort sprechen.
Jetzt ist die Menschheit soweit, dass ihr die Gesetze Gottes erklärt werden können.
Darauf musste das Jenseits warten.
Nun jedoch wird sie sich von keiner Kirche aufhalten lassen und den Mensch über Gott, das Leben im Jenseits, aufklären.
Das Jenseits, höhnt die Kirche.
Ja, antworten die Meister aus dem Leben nach dem Tod.
Gott gab uns die Aufgabe, Seinen Kindern von unseren Erfahrungen zu erzählen, die wir nach unserem stofflichen Tod in Seinem Raum sammeln durften.
Sie werden Beweise regnen lassen, lässt Vater mich fühlen, denn nun ist der Zeitpunkt dafür gekommen.
Keine Sekunde zu früh oder zu spät.
Diese Beweise und die reine Natürlichkeit der zu offenbarenden Weisheit werden selbst diejenigen verstummen lassen, die glauben, Gott und Seinen Kindern einen Dienst zu erweisen, indem sie alles, was von unserer Seite kommt, als ein Werk des Teufels abtun.
Die Kirchen wollen ihre Gläubigen festhalten, sie an sich binden und je nachdem, wie diese sich in größerer Anzahl abwenden und auf anderen Wegen Gottes wahres Wesen zu finden versuchen, werden ihre Versuche fanatischer.
Schrecklich sind die Bedrohungen gegen jeden, der daran zweifelt, was die Kirchen ihn glauben lassen wollen, der selbst denkt und abtrünnig wird.
Besonders hart treten sie gegen diejenigen auf, die sich mit okkulten Erscheinungen beschäftigen und daran glauben.
Gott bedroht Sie mit Seiner ewigen Strafe, so sagen sie, wenn Sie den geistigen Manifestationen Wert schenken.
Auf diese Weise versuchen sie ihren Gläubigen einen Schreck einzujagen und an sich zu binden.
Die zahlreichen wissenschaftlichen Beweise, die für das Fortleben nach dem Tod gegeben wurden und bereits Millionen von Menschen überzeugen konnten, interessiert sie wenig oder nicht.
Unter dem Druck dieser Beweise und wegen der wachsenden Zahl von Abtrünnigen, die die Kirchen hierdurch buchen, hat die Kirche ihre Haltung übrigens bereits teilweise revidiert.
Sie hat aufgehört, alle okkulten Erscheinungen als Betrug und Fantasie zu erklären, sondern versucht nun, für das eine oder andere eine Erklärung zu geben.
Selbst las ich auf Erden viele Bücher, in denen sie ihre Auffassungen niederlegte, und immer wieder fiel mir auf, wie verwirrend ihre Auffassungen war.
Nun ist die katholische Kirche soweit, dass sie zugibt, dass die Seele eines Verstorbenen sich in irdischen Wesen manifestieren kann.
Dass jede Seele dazu in der Lage ist, weist sie jedoch zurück, oder zumindest: Es steht nicht jeder Seele frei.
Es kann nur mit Gottes Zustimmung geschehen.
So behält sie sich die Freiheit der Beurteilung dieser Erscheinungen vor.
Passt es ihr, dann betrifft es eine Seele, die mit Gottes Erlaubnis der Erde kundtun darf. In jedem anderen Fall ist es das Werk des Teufels!
In all diesen Büchern ist keine Rede von einer unparteiischen Untersuchung mit dem heiligen Willen, die okkulten Erscheinungen kennen zu lernen und zu ergründen.
Der Grund liegt vor der Hand.
Wenn die Kirchengelehrten tun, was so viele Wissenschaftler bereits taten, müssten sie den größten Teil ihrer Kirchenlehre, die sie jahrhundertelang mit Fanatismus als ‚unfehlbar’ verkündet haben, preisgeben oder erheblich revidieren.
Die Kirchen müssten dann bekennen, dass sie jahrhundertelang ein vollkommen falsches Bild von Gott und Seinen heiligen Gesetzen verkündeten und glauben Sie, dass sie dies aufgrund des Einflusses, den sie nun noch auf die Massen haben, zugeben werden?
Lieber machen sie hingegen die okkulten Phänomene lächerlich, negieren diese oder stellen sie in ein falsches Licht.
Ganz bestimmt, sagt Vater, gehört vieles, was sich als eine echte okkulte Erscheinung vorstellt, zu bewusstem Betrug. Auch auf diesem Gebiet spielen die Charlatane ihre Streiche, vergreifen sich Betrüger an dem Heiligtum und es ist das gute Recht der Kirche und ihrer Gelehrten, diese schändlichen Praxen an den Tag zu bringen.
Ebenso schändlich wie das Auftreten dieser Betrüger ist allerdings auch die Methode der Kirche, die lauteren, rein geistigen Erscheinungen, die die Wissenschaft übersinnlicher Einmischung zuschreibt, zu negieren, zu verdrehen oder herunterzumachen.
Dennoch werden die Göttlichen Wahrheiten, die durch diese Erscheinungen öffentlich werden, auch die Menschheit erreichen und überzeugen.
Und keine Kirche und kein Gelehrter kann dies aufhalten.
Vater sagt mir, dass ich sogleich große Augen machen werde, wenn ich beim Besitznehmen meines Himmels Millionen von Katholiken und Protestanten treffen werde. Sie, sagt er, haben hier in der astralen Welt erleben müssen, dass die Priester und Pfarrer ihnen auf Erden Lügen erzählten.
Wie schrecklich ihre Enttäuschung war, lässt sich kaum beschreiben.
Erst mussten sie sich von all den ihnen eingegebenen falschen Vorstellungen lösen, bevor sie beginnen konnten, sich einen Himmel zu Eigen zu machen.
Glauben Sie, Leser, dass all diese Seelen nicht danach verlangen, ihre Geliebten auf Erden von dem Unsinn zu erlösen, den die Kirchen ihnen weismachten?
Sie alle sehnen sich danach, das Gift zu nehmen, das die Geistlichkeit auf Erden in die Herzen ihrer Geliebten spritzt.
All die erniedrigenden, gespenstischen Geschichten über eine ewige Verdammnis, einen ewigen Verbrennungsprozess, sie müssen verbannt werden.
Lange genug haben sie die Menschen in Angst und Schrecken versetzt, die Gläubigen, die versuchten Gott zu dienen, erzittern lassen.
Ich möchte keinen Priester, Pfarrer und Kirchenangehörigen mit meinen Worten verletzten, glauben Sie mir das.
Ich würde dadurch meinen Himmel beschmutzen und mich den Sphären des Lichts verschließen.
Mein Verlangen, Sie zur Wahrhaftigkeit Gottes Lebens zu führen, lässt mich jedoch derart harte Worte sprechen.
Ich weiß mich von Millionen, die Ihnen von dieser Seite aus folgen und Sie lieben und versuchen zu überzeugen, beseelt.
Wir bitten Sie, sich von all diesen unbewussten Lehren zu befreien, jenen längst veralterten Begriffen, die Sie weit wegführen von Gott und Christus und sich lieber für die Weisheit, die Ihnen das Jenseits auf vielerlei Weisen offenbaren möchte, zu öffnen, eine Weisheit, in der die höchsten Engel an dieser Seite bewusst werden.
Vater führte mich zu den Höllen, nicht damit ich auf die Schrecken des Lebens dort eingehen sollte – auch wenn ich diese gleich doch kennen lernen will –, sondern um in der Finsternis hier das Licht der heiligen Wahrheit scheinen zu sehen: In Gottes Raum gibt es keine ewige Hölle, gibt es kein Feuer.
Stellen Sie sich nur einmal vor, Gläubige auf Erden: Es gibt keine ewige Verdammnis.
Keine Seele geht verloren, ein jeder kehrt zu seinem Schöpfer zurück.
Gott will, dass wir Seine Gesetze, Seine Schöpfung kennen lernen.
Es ist ein langer Weg zu Ihm, aber es gibt keine Seele, die nicht soweit kommt.
Besinnen Sie sich einmal darauf, lassen Sie die Ehrfurcht gebietende Bedeutung dessen einmal auf sich einwirken und danken Sie dann Gott für seinen Liebesbeweis, denn Gott ist Liebe, unendlich ist Seine Weisheit, unsagbar tiefgründig sind all Seine Gesetze.
Die Kirchen lassen ihre Gläubigen vor dem Sterbeprozess zittern, der sie in eine ewige Hölle führen kann.
Sie jagen Ihnen Angst vor Ihrem Schöpfer ein und schreiben Ihm, Der vollkommene Liebe ist, die Grausamkeit aller Strafen zu: die ewige Folterung – stellen Sie sich das nur einmal vor – in einer brennenden Hölle.
Und das alles ohne einen Schein von Beweis – glauben müssen Sie es! – und sie berufen sich auf Aussprachen, die im Laufe der Jahrhunderte bis zur Unkenntlichkeit verfälscht wurden.
Was für eine grausame Verantwortung haben Ihre Kirchen auf sich geladen, wie wollen sie das gegenüber einem Gott allen Lebens rechtfertigen?
Wagt ein Priester, ein Pfarrer es, sich seinen Zustand vorstellen, wenn er erfahren muss, dass er den Gott, Dem er zu dienen glaubte, Tag für Tag in allen Tonarten verhöhnt und verleumdet hat, indem er Ihn, Der eine Quelle der Liebe ist, als einen Gott der Verdammnis vorstellte?
Und dennoch, einst, bei seinem Eintreten hier, wird er diese schreckliche Wirklichkeit annehmen müssen.
Das Leben selbst wird ihn dort davon überzeugen, wie Gottes Weltall wirklich eingerichtet ist.
Und dann werden sie ihr Haupt neigen und sich glücklich preisen, ausrufen zu können: Gott ist wahrhaftige Liebe und für Verdammnis gibt es in Seiner Welt keinen Platz!
Schrecklich sind die Zustände, die Vater mir in den Höllen zeigt, und doch kehrt der Kummer von soeben nicht mehr in mich zurück.
Ich weiß, dass keiner dieser Unglücklichen verloren geht, auch für sie hält Unser Schöpfer, wenn sie sich besonnen haben, in Seinen Himmeln eine Wohnung bereit.
Das Land des Hasses heißt der Ort, zu dem Vater mich nun führt.
Der Name sagt bereits, welche Seelen hier verbleiben.
Sie haben zu lernen, was es heißt, zu lieben.
Dafür müssen sie sich vom Hass, der sie hier gefangen hält, befreien.
Auch hier gibt es wiederum kein Feuer; kalt und dürr ist das Land, denn wo Liebe fehlt, kann kein Grün gedeihen.
Sie hätten es noch nicht einmal so schlecht, sagen die Dämonen hier, sie lebten, hätten Spaß, sie könnten sogar zur Erde gehen, wenn sie es wollten, um dort alles zu genießen, was sie anzieht.
Leidenschaft und Gewalt; noch suchen sie nichts anderes.
Ich sehe ihre Leben, wie Dante erlebe ich nun die Höllen im Leben nach dem Tod.
Wie Dante: Nie glaubte ich, dass ich dies noch einmal erleben sollte.
Ich las einst seine Beschreibung, schaute mir die Bilder an, die Doré dazu zeichnete.
Und nun erfahre ich, dass vieles, was sie darstellten, mit der Wirklichkeit übereinstimmt.
Vieles, jedoch längst nicht alles.
Die ganze Wirklichkeit ist auch nicht zu beschreiben oder darzustellen, lässt Vater mich fühlen.
Dante besuchte mit seinen Schutzengeln die Höllen und Himmel, unser Instrument besuchte sie mit seinem Meister und ich nun mit meinem Vater.
Wie dankbar bin ich Gott dafür, dass mir dies gegeben ist.
Millionen von Menschen bevölkern die Höllen.
All diese Wesen gingen durch falsche Taten auf Erden zu Grunde.
Hier lebt Hass neben Hass.
Hier sucht der eine Dieb, der eine Mörder den anderen auf.
Dämonisch ist ihre Ausstrahlung.
Ich will sogleich ihr Leben kennen lernen.
Alle Grade des Bösen sind hier vertreten.
Das Seelenleben in all seinen Schattierungen kann ich hier durchforschen.
Gott schenkt mir die Möglichkeit dazu, damit ich mir einen Himmel zu Eigen mache.
Tausende mit mir werden in die Höllen niedersteigen, um ein Studium zu folgen und sich dadurch auf eine höhere Bewusstwerdung vorzubereiten.
Vorläufig werden wir diese Orte des Schreckens allerdings verlassen.
Der Augenblick ist gekommen, sagt Vater, um mich in Verbindung mit Annie, meiner Frau, zu bringen.
Noch einen Blick werfe ich hinter mich.
Ich will arbeiten und dienen, durchfährt es mich, all diese Unglücklichen müssen erwachen.
Auch sie sind Funken Gottes, sie müssen sich jedoch der Liebe bemächtigen, damit sie einen Himmel betreten können.
Auch der Mensch auf Erden muss sich diese Liebe zu Eigen machen.
Alles von mir selbst will ich einsetzen, um der Menschheit die Augen und Herzen für Gottes heilige Gesetze zu öffnen,
damit auch ich einst vor meinem Göttlichen Vater aussagen kann: Ich habe daran mitgewirkt, dass sich die Höllen auflösen.