Wiedergeborener Oberpriester Venry -- Quellen

Quelltexte aus den Büchern von Jozef Rulof zum Artikel „Wiedergeborener Oberpriester Venry“.
Nach den Büchern von Jozef Rulof.
Das Lesen dieser Quellen setzt die Lektüre des vorangehenden Artikels „Wiedergeborener Oberpriester Venry“ voraus.

Der jüngste Oberpriester

Im Buch „Zwischen Leben und Tod“ berichtet Venry, dass er bereits im jugendlichen Alter so weit war, dem Tempel der Isis neues geistiges Wissen zu bringen.
Dies konnte er nicht aus eigener Kraft bewerkstelligen, sondern er benötigte die Hilfe seines geistigen Leiters, der sich im Leben nach dem Tod dieses geistige Wissen zu eigen gemacht hatte:
Bald hatte ich mein Alter von neunzehn Jahren erreicht, und schon jetzt war ich bereit und kräftig, aber die Kraft lebte zwischen Leben und Tod und gehörte mir nicht einmal.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Als Ägyptens Pharao dieses neue Wissen von Venry empfing, schenkte er Venry seine Lieblingstiere.
Auf diese Weise wurde am königlichen Hof ein Priester zum Oberpriester erhoben.
Venrys Lehrmeister, Priester Dectar, konnte zufrieden sein, denn im Tempel der Isis wurden die Ergebnisse des Schülers dem Lehrer zugeschrieben:
Zu mir sagte der Pharao, und zu allen Anwesenden: „Ich schenke diesem Priester von Isis, der würdig ist, die Allergrößten Schwingen zu besitzen, meine Lieblingstiere, Ihr alle wisst, was das bedeutet.“
Ich war umgeben von Freude.
Dectar kam zu mir.
Mit diesem Geschenk war ich eigentlich zum Oberpriester von Isis erhoben worden.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Nicht jeder war mit dieser Ehrung glücklich.
Der vorherige Oberpriester und seine Hohepriester, die zu diesem Zeitpunkt die Macht über den Tempel innehatten, sahen es nicht gerne, dass der Jüngling ihre Autorität übernahm.
Sie hatten überdies die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der neue Priester daraufhin untersucht wurde, ob die erforderlichen früheren Leben als Priester auch in seinem Unterbewusstsein vorhanden waren, denn andernfalls könnte er ihnen zufolge kein neues Wissen überbringen.
Als sie ihn untersuchten, fühlte Venry eine Wärme in sich aufsteigen, wodurch er wusste, dass sein geistiger Leiter ihn vor deren Untersuchung schützte.
Er konnte verfolgen, wie die Hohepriester sein Unterbewusstsein durchsuchten, jedoch die gesuchten Leben nicht fanden:
Mit der Wärme bekam ich neue Gedanken und ich verstand, was ich nun zu tun hatte.
Was ich nun erlebte, war eine Offenbarung für mich.
Je tiefer sie in mich hinabstiegen, umso heftiger wurde die Wärme in mir und um mich.
Diese sonderbare Kraft gab mir Ruhe.
Dann folgte ich den Meistern und ich erlebte den Raum.
Wir lebten in diesem Augenblick im Weltall, gingen von Welt zu Welt, von Sphäre zu Sphäre, in der die Seele gelebt hatte; dort waren die Stufen der Leben, in denen ich selbst gewesen war.
Sie suchten nach vielen Leben, denn alle waren in höchstem Maße hellsehend und versuchten nun durch mich als Kontakt, die unterschiedlichen Leben zu sehen.
Daran konnten sie meinen jetzigen Zustand feststellen.
Der Oberpriester versank in tiefes Nachdenken, nachdem er durch mich hindurchgeblickt hatte, die anderen waren jedoch noch nicht bereit.
In mir war ein Gefühl, als würde ich nicht mehr auf der Erde leben.
Zu mir kamen ermutigende Gefühle, ihnen zu folgen.
Doch da war etwas, etwas, das ihnen entgegenwirkte, das sie daran hinderte, mein tiefstes Wesen zu durchfühlen, denn einer sah zum anderen, und sie standen wahrscheinlich vor einem großen Rätsel.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Aufgrund der Wärme, die er in sich fühlte, wusste er, dass sein geistiger Leiter ihnen entgegenwirkte, doch daran durfte er nicht bewusst denken, denn die Hohepriester konnten jeden gefassten Gedanken verfolgen:
Ich war mir dessen vollkommen bewusst, getraute mich jedoch weder, daran zu denken, noch es aufzurufen, weil sie mir dann sofort würden folgen können.
Hier gebot eine andere Macht ihnen allen Einhalt, eine Macht, in der ich lebte, fühlte und ich selbst blieb.
Ihre Gaben und ihr Sehen und Fühlen und sogar ihre Meisterschaft hörten nun auf, zu existieren.
In ihrem Sehen und Fühlen wurden sie gestört.
Für sie war die menschliche Seele wie die Natur, und dennoch konnte keiner von ihnen die eigentliche Tiefe meines inneren Lebens erfassen.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Sein geistiger Leiter half ihm, weil sie beide gemeinsam eine Aufgabe zu erfüllen hatten:
Du tust meine Arbeit.
Die Schlüssel dieses Tempels wirst du erhalten, und du lernst alle Geheimnisse kennen.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Bereits als sein geistiger Leiter sich das erste Mal zeigte, erklärte er Venry, warum er dessen Situation so gut kannte.
Sein Leiter hatte in seinem früheren Leben auf der Erde in der Tempelzelle gelebt, in der sich Venry nun befand.
Er wurde damals genauso auf die Probe gestellt, was Venry nun bevorstand.
Ein Priester musste dann sieben Tage lang in der Dunkelheit verweilen und es wurde geprüft, welche geistige Kräfte er aufrufen konnte, um den vielen schweren geistigen Prüfungen standzuhalten.
Ist der Priester in diesem Moment dazu nicht imstande, kann er unter den tödlichen Einflüssen zusammenbrechen, denen er ausgesetzt wurde.
Das war seinem geistigen Leiter in jenem Leben widerfahren.
In seinem jugendlichen Übermut glaubte er den Prüfungen widerstehen zu können, doch das musste er mit seinem Leben bezahlen.
Aus diesem Grund kommt er nun zu Venry, um ihn vor diesem Übermut zu beschützen.
Venry berichtet, wie er das erste Mal seinen geistigen Leiter wahrnehmen durfte:
In meiner unmittelbaren Umgebung waren sie, und das Antlitz, zu dem sie gehörten, nahm sogar allmählich Gestalt an, aber es blieb durchscheinend.
Ich sah das sehr straffe, das voller Lebenskraft sprechende Antlitz und die sehr feinen Züge vor mir, als eine Stimme zu mir sprach, und ich hörte: „Habt keine Furcht, Priester von Isis.
Meine Maßnahmen habe ich getroffen, nichts kann Euch geschehen.
Wisset nun, dass ich Euer Freund bin, ich war bereits bei Euch.
Meine Kräfte habt Ihr spüren können.
Einst, vor langer Zeit, lebte ich in dieser Zelle.
In jugendlichem Alter sollte ich, wie Ihr erleben werdet, die Finsternis empfangen.
Auch ich machte mich bereit, lieber Freund, und gab mich ganz hin.
Doch wie wurde meine Seele gefoltert.
Wie mir scheint, seid Ihr bereit, mir zuzuhören, sonst würde ich hierüber nichts erzählen, denn ich will Euch keine Furcht einflößen.
Es gibt sehr viele Menschen, welche die Wahrheit nicht wissen wollen, doch sie kommen nicht weiter.
Diese Wahrheit kann Euch kräftigen.
Wie einen Toten brachte man mich zurück ins Licht.
Ihr fühlt es gewiss schon, ich war nicht bereit.
Meine Habgier, ebenso wie mein Eifer, meine Eitelkeit und meine jugendliche Begeisterung vernichteten mein eigenes Leben.
Ich wurde verwundet, bis ich blutete.
Ich scheiterte.
Und seid Ihr nicht, wie ich einst war?
Ich verstehe und kenne deshalb Euer Ziel und kann Euch nun helfen.
Oh, mein Freund, habt keine Furcht, denn sagte ich nicht, dass ich meine Maßnahmen getroffen habe?
Zwischen Leben und Tod, 1940
Jetzt, da sein geistiger Leiter es bis zu den Lichtsphären gebracht hat, beherrschte sein inneres Licht die Kräfte der jetzigen Hohepriester des Tempels:
Hinzu kommt, dass ich die Gesetze kenne, und außerdem gehöre ich zu dieser Welt und lebe im Licht.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Er spricht über die Götter, denn im alten Ägypten glaubte man an viele Götter:
Die Götter wollen, dass ich Euer geistiger Leiter bin.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Venry und sein geistiger Leiter haben ein und dieselbe Aufgabe:
Meine Arbeit ist also Eure Arbeit, wir beide haben also eine einzige Aufgabe zu verrichten.
Ihr müsst mich also akzeptieren, lieber Freund, und wisst nun, dass ich bereits lange auf Euch warte.
Seit Eurer Kindheit bin ich bereits bei Euch.
Später, wenn Ihr bereit seid, werden wir Isis groß machen.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Ihre Aufgabe besteht darin, den Tempel der Isis von den finsteren Kräften zu säubern, die durch die Hohepriester aufgerichtet sind.
Dies wollen sie dadurch erreichen, indem sie neues Wissen weitergeben, wodurch die Macht der Hohepriester gebrochen werden soll:
Auf Isis dient man nicht.
Auf diese Weise bauen sie an der Finsternis.
Jahrhunderte hat das gedauert, doch nun durchbricht das Licht die Finsternis, aber auf andere Weise als sie es sich denken können.
Sie werden deshalb sehr viel empfangen, doch dadurch werden sie untergehen.
Zwischen Leben und Tod, 1940

Neues Wissen über die Reinkarnationen der Seele

Um dem Tempel neues Wissen durchgeben zu können, versetzt Venry sich in Trance und tritt aus seinem Körper aus.
Ein geistiger Würdenträger des Pharao wohnt diesen Sitzungen bei:
Zur festgesetzten Zeit traten alle ein.
Ein Würdenträger war zugegen, und ich bekam einen Platz in der unmittelbaren Nähe von Dectar und meinem stofflichen Organismus.
Ich legte mich nieder und war bald in Trance.
Jetzt lebte ich wieder im Raum und stellte mich auf sie alle ein.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Anhand einiger Fragen wird kontrolliert, ob sich der ausgetretene Priester noch der stofflichen Welt bewusst ist:
„Wie war heute Euer Mahl?“
„Es bestand aus Datteln und Fruchtsaft, doch die Gesetze von Isis schreiben mir vor, vor diesen Sitzungen keine Nahrung zu mir zu nehmen.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Im Anschluss daran stellen sich die Anwesenden auf die Welt ein, in der sich der ausgetretene Priester befindet:
„Wo lebt Ihr in diesem Augenblick, Priester von Isis?“
„Ich lebe zwischen „Leben und Tod“ und sehe Finsternis.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Venry verweilt zuerst in den finsteren Welten, die durch destruktive Gefühle entstanden sind.
Er kann den Hohepriestern die neue Erkenntnis durchgeben, wonach die finsteren Sphären sich einst in Licht auflösen werden, wenn wir alle damit begonnen haben, ein liebevolles Leben zu führen:
„Ist die Finsternis von dieser Welt so wie dort bei Euch?“
„Nein, diese Finsternis kennt keine Veränderung, sie ist immer da, wird sich jedoch trotzdem in Licht verwandeln und sich auflösen.“
„Sehr deutlich.
Ihr sagt, dass sich diese Finsternis auflöst, könnt Ihr uns darüber mehr erzählen und womöglich erklären?“
„Sind Euch diese Gesetze bekannt?“, fragte ich.
„Nein, ich meine das Auflösen der Finsternis, das ist uns allen ganz neu.“
„Diese Finsternis löst sich nur dann auf, wenn alle Menschen daran mithelfen und sie mit einem großen und liebevollen Leben beginnen möchten.
Diese Finsternis, sagen mir die Götter, wurde von uns allen aufgebaut, und wir werden sie wieder niederreißen müssen.
Erst dann wird Licht kommen.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Dann verlagern die Hohepriester die Untersuchung auf die Wiedergeburt und auf das Verhältnis zwischen Seele und stofflichen Körper:
„Auf welche Weise seid Ihr Euch Eures stofflichen Organismus‘ bewusst?“
„Auch diese Frage ist nicht deutlich gestellt, aber ich werde Euch antworten, denn man spricht hier nicht von „Weise“, das Wunder ist nur zu spüren.
Was dort schläft, ist für mich lediglich das Mittel, sodass ich selbst als „Seele“ auf der Erde leben kann.
Wenn mein Organismus dort stirbt, so gehe ich „hinein“, „ich“, der jetzt hier lebt, aber ich werde jene Welt akzeptieren müssen, die mit meinem inneren Leben übereinstimmt, und meine Seele, „ich selbst“ also, an Licht oder Finsternis besitzt.
Ich spüre sehr deutlich, dass ich noch immer auf der Erde lebe, obwohl ich nun im Raum bin.
Mein stofflicher Organismus ist lediglich ein Werkzeug, Meister von Isis.“
„Wir haben Euch folgen können und finden es ganz natürlich.
Wir danken Euch.
Habt Ihr das Gefühl, oder könnt Ihr wahrnehmen, dass Ihr selbst ewig weitergehen werdet?“
„In der Welt, in der ich nun lebe, bin „ich selbst“ ewig während.
Wenn in mir das Gefühl ist und das Bewusstsein all dieser Welten, dann müssen wir unwiderruflich akzeptieren, dass ich nicht sterben kann, sondern dass ich weiter und höher gehen muss.
All diese Welten muss ich mir jedoch zu eigen machen.“
„Wir danken Euch für Eure deutliche Erklärung und Euer klares Wahrnehmen.
Wir sind bereit und fragen: Was wird geschehen, Meister von Isis, wenn Ihr hier sterbt und wieder geboren werdet?“
„Ihr verbindet die Finsternis und das Licht zu einer einzigen Welt, und das ist nicht möglich, doch ich werde Euch antworten und mich darauf einstellen.“
Mein geistiger Leiter verband mich mit diesem Wunder, und ich sagte zu ihm: „Eure Absicht ist, dass ich es fühlen werde, wenn ich eine neuerliche Geburt erleben muss?“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Venry bekommt eine Wirklichkeit zu sehen, die im Tempel der Isis noch unbekannt ist.
Er sieht das Weltall, als es sich im allerersten Stadium befand.
Er nimmt das Weltall als Dunkelheit und Stille wahr, es war zu diesem Zeitpunkt noch nichts geboren, das Licht ausstrahlte oder Klänge hervorbrachte:
Damals herrschte Finsternis, denn ich sehe eine wundersame Leere, und darin ist es sehr still, oh, so ruhig.
In jener Zeit war der Raum noch leer.
Meister von Isis, spürt, was das heißen will.
Es gab noch keine Menschen, Tiere, Sterne oder Sonnen, nichts, noch nichts gab es.
Alles, was auf der Erde lebt und im Raum lebt, musste noch geboren werden.
Doch die Götter zeigen mir nun das weitere Stadium.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Aus dieser ersten Finsternis sind alle nachfolgenden Finsternisse und leuchtenden Welten hervorgegangen:
Aus dieser Finsternis heraus sind alle anderen geboren, und das Geborenwerden hat einen Anfang genommen.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Das gilt auch für die Welt des Unbewussten, in welche die Seele hinabsteigt, um auf der Erde geboren zu werden:
„In der Welt, in der ich lebe, liegt also zugleich die Welt, in die ich hinabsteigen muss, wenn ich wiedergeboren werden möchte.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Die Hohepriester wollen mehr darüber erfahren, wie die Wiedergeburt genau vor sich geht:
„Ihr sagt, dass Ihr dort fühlen und wahrnehmen könnt, und dass die neue Geburt „in“ Euch ist, doch wie geschehen diese Wunder?“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Venry erklärt, dass das Hinabsteigen der Seele in die Eizelle nicht beobachtet werden kann, selbst bei hoch entwickelter Hellsichtigkeit nicht, sondern dass der Vorgang des Inkarnierens ausschließlich erlebt werden kann:
Wenn ich als Seele zur Erde zurückkehren möchte, Meister von Isis, so ist das ausschließlich möglich durch zwei stoffliche Wesen.
Ihr kennt sie als „Mann“ und „Frau“.
Sie sind es, die der Seele einen neuen Organismus schenken, und sie sind eins mit diesen Gesetzen.
Diese Gesetze werden wirksam, weil beide diese Macht und Kraft besitzen, doch diese Gesetze kann man nicht sehen, sie können lediglich erlebt werden.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Wenn die Seele in die Welt des Unbewussten hinabsteigt, kehrt sie zurück in jene erste Finsternis:
Wenn die Seele in jene Welt hinabsteigt, kehrt die Seele zurück zum allerersten Stadium und wartet dann in jener Welt, angezogen zu werden.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Zwischen jenem allerersten Stadium und dem gegenwärtigen Stadium liegt eine lange Zeit der Evolution.
Bei der Entstehung der Seele war ihr erster Körper nicht einmal wahrzunehmen, so ätherisch und klein war die erste Zelle, die sie beseelte:
Doch die Götter sagen: Als der Gott allen Lebens sich teilte, sind wir entstanden, doch wir waren damals winzige Teilchen und nicht einmal wahrzunehmen.
Das ist das allererste Stadium.
Jetzt jedoch ist die Seele als erwachsener Mensch auf der Erde.
Wenn die Seele zur Erde zurückkehren möchte, so kehrt das innere Leben zurück zu diesem allerersten Stadium, dann wird es geboren.
„In“ der Mutter, Meister von Isis, vollzieht sich dieses Wunder, das wir alle erlebt haben.
Dann erfolgt der Wachstumsprozess, die Verdichtung des stofflichen Lebens.
Das nächste Stadium ist bereits die Geburt; das ist im Tempel von Isis bekannt.“
„Das ist mächtig, Priester von Isis, Eure Erklärung ist sehr natürlich und sehr deutlich.
Wir sind bereit und fragen: Könnt Ihr spüren oder wahrnehmen, ob Ihr selbst dem, was „in“ der Mutter lebt, Beseelung gebt?“
„Die Götter sagen mir, dass ich, der ich nun verbunden bin, die Beseelung für das stoffliche Kleid bin, das „in“ ihr wächst und geboren werden wird, wenn der Gott allen Lebens will, dass dies geschehe.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Das Wissen, das Venry über die Reinkarnationen der Seele als Mann und Frau durchgibt, ist neu für Isis.
Der Oberpriester, der die Fragen stellte, ging davon aus, dass er nicht in einem Frauenkörper zu inkarnieren bräuchte, um die ganze Schöpfung zu verstehen.
In seiner Eitelkeit glaubte er als Mann alle Lebensgesetze erkennen und wahrnehmen zu können.
Venry erklärt ihm, dass die Seele nur durch den Mutterorganismus die Lebensgesetze erfährt, weil sie als Mutter das Gefühl des Wachsens und Geborenwerdens des neuen Lebens erlebt.
Venrys geistiger Leiter lässt ihn wahrnehmen, dass alles Leben aus einem Mutterorganismus geboren worden ist:
Er ignorierte alles und fragte: „Könnt Ihr sehen, Priester von Isis, ob darin das Gesetz von „Mann“ und „Frau“ liegt?“
„Der Gott der Götter wollte, dass wir Seelen „Mann“ und „Frau“ sind, denn ausschließlich dadurch lernen wir die Gesetze kennen.“
„Ihr meint, dass ich nicht in der Lage bin, die Gesetze zu sehen und zu spüren?“
„Vater von Isis, Ihr besitzt den schöpfenden Organismus, doch in jenem anderen Körper, der der „Mutter-Organismus“ ist, könnt Ihr die Gesetze erleben.“
Er überlegte nun lange und ernst und sagte: „Wir danken Euch, all diese Wunder sind neu für Isis, und wir folgen Euch aufmerksam.
Wir fragen: Schreibt ein Gesetz von „Ihm“ vor, dass wir beide Organismen kennen müssen?“
„Wenn Ihr wie der Gott allen Lebens und aller Götter sein wollt, so „müsst“ Ihr diese Wirkung erleben, oder Ihr bleibt so, wie Ihr nun fühlt.
Wollt Ihr dieses Gesetz kennenlernen und erleben, dann erlebt Ihr, wodurch die Sterne und Planeten, Sonnen und andere Körper geboren wurden.
Doch das ist ausschließlich „in und durch“ den „Mutter-Organismus“ möglich.
Mit dem Körper ist das fest verbunden, was hier im Raum geschehen ist und Sternen und Planeten, Sonnen und anderen Organismen das Licht gab, das „Leben“ gab, den Tieren aber das Gefühl und uns Menschen das Bewusstsein, das in Euch und in uns allen vorhanden ist, wofür jedoch Tausende von Organismen notwendig sind, um die Höhe erreichen zu können, in der die Götter leben.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Der Oberpriester hört das nicht gern, denn als Priester gibt er keiner Seele die Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen:
„Eure Geisteshaltung ist sehr natürlich, und wir alle sind Euch sehr dankbar.
Wir sind bereit und fragen: Wisst Ihr mit Sicherheit, dass wir im Mutterkörper die Gesetze erleben können?“
„Ihr seid sehr vorsichtig in Eurer Fragestellung, doch auch jetzt ist die Antwort bereit: Ist es Euch möglich, dass „in“ Euch etwas heranwachsen kann, das dem neuen und jungen Leben, welches das Kind ist, die Wiedergeburt gab?
Nein, Oberpriester von Isis, denn Ihr seid „Erschaffer“, wenn Ihr wollt, doch Ihr geht lieber abseits von alledem, Ihr folgt einer Sackgasse, aber Ihr lernt dadurch die Gesetze nicht kennen.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
Der Oberpriester will hiervon nichts wissen, denn dies würde alle Gesetze der Isis infrage stellen.
In den Tempelgesetzen ist festgelegt, dass die Priester und Priesterin nicht heiraten und sich nicht auf das Leben als Vater oder Mutter einstellen dürfen, damit die Aufmerksamkeit nicht geteilt werden kann und sie sich vollständig auf ihre Entwicklung als Priester konzentrieren können.
Venry gibt durch, dass diese neuen Deutungen für Isis seien und sich auf die Zukunft richten, wenn man so weit sein wird, die geistige Höhe dieser neuen Gesetze zu erkennen und zu akzeptieren:
Was er mir nun sandte, war schrecklich, und seine Antwort lautete: „Eure Antworten widersprechen nun den Gesetzen von Isis.
Wollt Ihr berücksichtigen, Priester von Isis, dass wir auf heiligem Boden leben und hier zusammen sind, um Isis groß zu machen?
In diesem Augenblick sind wir eins mit den Göttern.“
Was für ein Heuchler, dachte ich.
Er fuhr fort, Disharmonie zu erzeugen.
Meine Antwort lautete: „Meine Erklärung und Antworten sind für Isis und für jene, die nach uns kommen werden.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Nach einer Weile war die Macht dieses Heuchlers gebrochen und ein anderer Hohepriester stellte Venry die Fragen, um an höheres Wissen heranzukommen.
Venrys geistiger Leiter gab durch, dass sie sich besser auf den einen Gott der Liebe ausrichten sollten, statt auf die Vielzahl der Götter, derer das alte Ägypten mittlerweile reich geworden war:
Wie einen gebrochenen Menschen sah ich ihn und er erteilte Meister Sma den Befehl, an seiner Statt Fragen zu stellen.
Dieser Meister, der einzige, der noch Gefühl besaß, stellte seine erste Frage:
„Erzählt uns, Träger der Schwingen, wer ist der Gott, von dem Ihr sprecht, denn es gibt viele Götter, die wir kennengelernt haben und auch Euch lehrten.“
„Priester von Isis, hört zu.
Die Wunder, denen Ihr habt folgen können, waren mächtig und wurden uns von den Göttern geschenkt.
Andere Priester lebten in dem Raum, in dem ich nun bin, doch alle trugen jene Gaben nicht, die ich von den Göttern empfangen habe.
Doch es gibt nur einen einzigen Gott.“
„Eure Antworten haben wir vernommen, und wir danken Euch.
Gibt es dort Reich und Arm?“
„Ist für Gott ein Armer nicht Sein Kind?
Kann ein Gott der „Liebe“ einen Unterschied machen?
„Er“, welcher der einzige Gott allen Lebens ist, der uns Menschen erschuf und alles Leben, „Er“ ist, wie man „Ihn“ hier kennt, der einzige Gott, der über Leben und Tod entscheidet.
„Er“ ist der Gott der Sterne, Planeten und Sonnen und wird das ewig während bleiben.
Wenn Ihr alle auf der „Wiese“ seid, blickt Ihr dann nicht in vorige Leben?
Dann ist Bewusstsein in Euch, und Ihr kennt „Ihn“, den Gott von uns allen.
Auch sie, die hier leben, kennen und akzeptieren „Ihn“, allein Gott, den „Gott“ der Liebe.
Diese Weisheit, Priester von Isis, ist allen Menschen Tausende von Monden voraus.“
Zwischen Leben und Tod, 1940

Vater Taiti

Der geistige Leiter führt Venry in ausgetretenem Zustand ins alte China:
Ich war auf dem Weg nach China.
Unterwegs dorthin kehrte ich bewusst in mein vorheriges Leben zurück, dass ich bereits bei Dectar gespürt hatte.
Das Leben, in dem ich Venry war, versank nun in mir und machte Platz für jenes von Vater Taiti.
Mit großer Geschwindigkeit verließ ich mein eigenes Land.
Jahr um Jahr ging ich zurück und näherte mich meinem vorherigen Leben.
Je näher ich dem Land kam, in dem ich gelebt hatte, um so klarer wurde auch dieses Bewusstsein, denn ich konnte wieder denken und fühlen wie vorher.
Es war mir jetzt bereits möglich, die Sprache zu sprechen, die ich in jenem Land gelernt hatte, denn alles, was zu diesem Bewusstsein gehörte, kehrte nun in mich zurück.
„Ja, Dectar, Vater Taiti ist zurückgekehrt und hat nun eine ganz andere Aufgabe zu erfüllen als vorher.“
Zwischen Leben und Tod, 1940
In einem seiner früheren Leben im alten China besaß er als Oberpriester eine enorme Macht:
Erneut trug ich das Gewand eines Oberpriesters.
Schon bald erreichte ich die mir so bekannte Umgebung.
Auf einem hohen Berg sah ich meinen Tempel.
Ich befand mich in einer wunderschönen Umgebung, von Bergen umringt.
Als Vater Taiti war ich das Oberhaupt, und meine Macht war enorm.
Nun jedoch war ich der Schüler der Isis, doch ich lebte in beiden Leben, von denen dieses Leben dominierte.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Taiti brachte damals einen feindseligen Hohepriester auf den Scheiterhaufen:
Sofort bei der Ankunft stieg ich in die unterirdischen Gewölbe und Gänge hinab und besuchte die Orte, an denen kasteit, gefoltert und gehängt wurde und wo ich meinen Feind durch den Scheiterhaufen vernichtet hatte.
Ich sah erneut all diese Geschehnisse vor mir und wo jene untergingen, die ihr Leben und die Priesterschaft verflucht hatten.
Auf meinen Befehl geschah das alles.
All die schrecklichen Geschehnisse lebten erneut vor mir, und ich sah die Priester und Priesterinnen von damals.
Alle waren hier gestorben und nun irgendwo auf der Erde, oder auf dieser Seite, um dennoch zur Erde zurückkehren zu müssen und für das wieder gut zu machen, was sie verbrochen hatten.
Mein Feind war ein Hohepriester, und er wollte meine Macht besitzen.
Doch seine allerletzte Tat brachte ihn auf den Scheiterhaufen.
Er stahl mir meine Liebe und versuchte, sie durch Mord zu erlangen, doch durch meine Gaben und mein Wissen um die magischen Gesetze blieb ich sein Meister.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Aus dem Verkehrten wurde doch noch das Höhere geboren:
Auch ich war zurückgekehrt, doch mit mir all mein Hass und der Meuchelmörder in einem geistigen Kleid, der Kenner der magischen Gesetze.
In mir lebte das wahre Bewusstsein, doch es waren Gefühle der Wolllust, der Macht und des tierhaften Erlebens.
In diesem Bewusstsein hatte ich ihn in den Tod gejagt, doch dadurch erwachte meine Seele.
Aus diesem unmenschlichen Vorgang erwachte die dienende Liebe, eine Liebe, die immer währt, die niemals nachlässt, sondern nur stärker und noch größer wird.
Nun erlebte ich, dass jede falsche Tat dennoch das höhere Gefühl in sich birgt und die Seele dadurch zum Höheren führt.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Durch das Morden verlor Taiti die Zweisamkeit mit seiner Zwillingsseele Lyra:
Dann ging ich weiter und in mein eigenes Zimmer.
Ich wollte in mein eigenes Leben zurückblicken und die Liebe von Lyra und unser Ende auf der Erde noch einmal erleben.
Als ich in mein Zimmer getreten war, sah ich Lyra und mich selbst.
Mein Inneres wurde von Liebe verzehrt, und ich war der Sklave meiner Sehnsüchte, doch ich fand es wunderbar.
In kniender Haltung lag ich vor ihr und sprach zu ihr.
Ich lauschte nun meiner eigenen Vergangenheit und hörte mich sagen: „Jugend und Alter sind in mir, Lyra, und du weißt, wie das möglich ist.
Wir sind beide wach und bewusst und haben die aufrichtige Liebe kennengelernt.
Aus all dem Dämonischen wurde unsere reine Liebe geboren, obwohl wir immer noch in unserer eigenen Finsternis leben.
Du weißt, dass wir auseinandergehen, doch dass wir uns auf der Erde wiedersehen werden, weil wir Zwillingsseelen sind.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Taiti hatte damals schon das Gefühl, dass seine Zwillingsseele auf der Erde zum Zwecke des Wiedergutmachens anderen gehören sollte:
Jetzt sind wir eins, Lyra, in anderen Leben werden andere dir gehören, doch ich lebe in dir, doch an ihnen musst du es wieder gut machen.
Zwischen Leben und Tod, 1940

Säuberung des Tempels der Isis

Das aufrechte Bereuen ist der Antrieb für die Säuberung von Isis:
Was wir getan haben, war schrecklich, es bedeutete, einen Mord nach dem anderen zu erleben, und niemand darf töten.
Wir haben getötet, Lyra, für unsere Liebe getötet und den Tanz der Vernichtung erlebt.
Um unsere Sehnsüchte zu befriedigen, gingen andere zugrunde.
Die Meister sagen mir, dass du meine Zwillingsseele bist, dass du also zu mir gehörst, doch dass wir alles wieder gut machen müssen.
Einst werden wir eine Zeit erleben, in der du für ewig bei mir bist.
Doch du gehst nun deinen eigenen Weg und ich meinen.
Dennoch sehen wir uns wieder.
Das höhere Bewusstsein, das nun in mir ist, wird meine Aufgabe in jenem anderen Leben sein.
Schon jetzt, liebe Lyra, gehe ich in jene Gesetze über, und das werden wir beide erleben.
Du kehrst zugleich mit mir wieder zurück zur Erde, und in jenem Leben werden wir uns schon sehen dürfen.
Unsere Seelen sind eins und haben Verbindung mit den Gesetzen.
Durch die Reue, die in mir ist, liebe Lyra, werde ich leben und meinen Hass besiegen.
Dieser Schmerz ist wirklich, ist ganz natürlich und aufrichtig.
In mir ist Reue und aufrichtiges Bedauern über das, was ich getan habe.
Zwischen Leben und Tod, 1940
In seinem Leben als Venry hat er auch viel Unterstützung seitens seiner Mutter, die das schwere Priesterleben aus eigener Erfahrung kennt:
Mein Herz bricht, aber meine Mutter wird mir helfen, ich spüre ihr Gebet, sie möchte, dass ich hierin weiterlebe, und ist zugleich unser Band für das nächste Leben.
Zwischen Leben und Tod, 1940
Die Meister des Lichts gewähren ihm die Gelegenheit, die Tempel zu säubern, in denen das Licht verfinstert ist.
Aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse der magischen Gesetze ist er dazu in der Lage:
Wir müssen dienen, Lyra.
Mir obliegt es, alle Tempel, in denen das Licht verfinstert ist, zu vernichten.
Meinem Feind werde ich erneut begegnen, weil er neues Leid und neuen Schmerz verursacht, Herzen bricht, doch durch die Macht seiner Gaben.
Ich segne schon jetzt den Augenblick meiner Bewusstwerdung.
Kannst du spüren, dass nun heiliger Ernst in mir ist?
Dass ich versuchen werde, bewusst zu bleiben?
Dass wir als eine Seele erschaffen wurden?
Deine Seele ist eins mit meinem Leben, Lyra, in allem sind wir eins.
Die Meister wollen, dass ich ihnen folge.
Im nächsten Leben wird meine Aufgabe groß sein, wie meine Liebe zu dir.
Zwischen Leben und Tod, 1940

Wiedergutmachen

Auf seinem Leben als Venry folgten noch viele weitere Leben:
Dann sah ich viele Leben, in denen ich das Gesetz von „Ursache und Wirkung“ erlebte.
Ich litt Hunger und Entbehrung, erlebte entsetzliche Schmerzen, Krankheiten und Schrecken, die man auf der Erde erleben kann, wenn jenes Leben uns in die Sklaverei führt.
Ich sah mich selbst als Sklaven, wurde von anderen umgebracht, um, nachdem ich mein Alter erreicht hatte, trotzdem erneut auf der Erde zu sterben und dorthin zurückzukehren.
Immer wieder wurde ich von der Erde, von zwei Seelen angezogen, bis es auf der Erde keine Seelen mehr gab, an denen ich etwas gutzumachen hatte.
So stand ich vor meinem allerersten Leben auf der Erde.
Dennoch hatte ich bereits einen Berg Elend, Leid und Schmerz, anderen angetan, wieder gutgemacht.
Zwischen Leben und Tod, 1940
In allen diesen Leben suchte er die wahre Liebe, die in der Tiefe seiner Seele als Erinnerung an das Zusammensein mit Lyra weiterlebte:
In jedem Leben suchte ich nach dieser „Liebe“, die mich verstehen würde, doch ich fand sie nicht.
Ich lebte in meiner eigenen „Ursache und Wirkung“, und das bedeutete Leid und Schmerz und Erwachen.
Ich sehnte mich jedoch weiterhin nach jener Liebe, fragte weiterhin „Warum und Wozu“.
In mir lag Gefühl, sehr viel Gefühl, und ich war bereit, gutzumachen, doch die Mittel dazu waren für mich nicht zu erreichen.
Mal wieder arm, manchmal sehr reich, machte ich eine Rundreise auf der Erde.
Von allen Völkern wurde meine Seele angezogen.
Zwischen Leben und Tod, 1940
So kam es zu seinem allerletzten Leben auf der Erde, in dem nur die Liebe und das Fragen nach dem Warum und Wofür in ihm bewusst waren:
Etwas war in mir, das in all diesen Leben dominierte, das Gefühl des Verstehens und der Liebe.
Wie sehr ich mich danach sehnte, doch nirgendwo, wo auch immer ich lebte, fand ich meine eigene Liebe.
Mit dem unbefriedigenden Gefühl, dem Fragen „Warum und Wozu“ in mir bewusst, und der entsetzlichen Sehnsucht nach dieser einzigen Liebe, war ich wieder bereit für mein allerletztes Leben, um zur Erde zurückzukehren und meine irdischen Leben zu beenden.
Zwischen Leben und Tod, 1940